Bericht des "Willisauer Boten"
 
 
Berufsbesichtigungen 2013

Berufswahl professionell angehen

Nebikon/Altishofen: 28 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler erhielten einen Einblick in verschiedene Berufe

Bericht und Bild Sonja Grob

Foto: Vanessa Bissegger und Amon Strimer (rechts) lassen sich von Albert Lleshay in der Grob AG erklären, wie man Toleranzen an einem gedrehten Teil misst.


Gemeinsam organisierte die Oberstufenschule Nebikon mit dem Gewerbeverein Nebikon-Altishofen (GVNA) Betriebsbesichtigungen für zwei Sekundarklassen. Gross war das Interesse der Jugendlichen, einen Einblick in die Berufswelt zu erhalten.

Gespannt schauten Vanessa Bissegger und Amon Strimer zu, wie Albert Lleshay ihnen in der Grob AG erkärt, wie man an einem Zahnrad die Toleranzen misst. Die Sekundarschülerin und der Schüler besuchen die erste Klasse der Oberstufe und erhielten einen ersten Einblick in den Beruf des Polymechanikers, den sie noch nicht kannten. Warum sie gerade in der Zahnradfabrik reinschauten hatte seine Gründe. Vanessa hat einen Kollegen, der dies lernt und wollte wissen, was man genau macht. „Es ist sicher eine strenge Arbeit und ich habe gemerkt, wie genau man arbeiten muss“ sagte sich nach dem zweistündigen Besuch. Ähnlich erging es Armon, der keine Vorstellung von den Aufgaben eines Poly- oder Produktionsmechanikers hatte. „Ich bin erstaunt, wie viel hier automatisiert ist und das Programmieren der Maschinen ist spannend“. Für beide stand dann am Nachmittag eine weitere Berufsbesichtigung auf dem Programm. Vanessa wollte mehr über die Bäckerin-Konditorin bei der Bäckerei Nyffenegger wissen und Armon liess sich die Aufgaben des Automobilfachmanns bei der Garage Seeholzer erklären.

Zusammenarbeit Gewerbeverein-Schule
Entstanden ist die Idee der Berufsbesichtigungen bereits vor eineinhalb Jahren. Nach Rücksprache durch den Vorstand des Gewerbevereins Nebikon-Altishofen mit dem Schulleiter Wolfang Abt und Irène Felder, welche neben ihren Aufgaben als Sekundarschulleiterin die Verantwortung für die Berufswahl hat, fing die Planung an. Elsbeth Lang (Präsidentin des GVNA), startete gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen bei den Mitgliedern die Umfrage und die Reaktionen waren sehr positiv. So konnten nun die 28 Schülerinnen und Schüler in 18 Firmen, Geschäften und Arztpraxen sehen, was für Anforderungen die verschiedenen Berufe mit sich bringen. Vom Coiffeur über die Goldschmiedin bis zum Zimmermann erhielten sie einen ersten Eindruck. Elsbeth Lang ist gespannt auf den Erfolg dieser Besichtigungen: „wenn es gut ist, soll es immer im Frühling durchgeführt werden, so haben die Mädchen und Knaben bereits eine Vorstellung vor der Schnupperlehre, wie sie den richtigen Beruf finden“.

Unterstützung durch die Schule
Irène Felder ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler Einsicht in die verschiedensten Berufe erhalten. Denn nur im Beschrieb eines Berufs sieht man nicht alles. Braucht man spezielle Kleider, ist es laut, arbeitet man drinnen oder draussen sind nur einige der Fragen die beantwortet werden können. „Das kann man nur vor Ort spüren“ erklärt sie. Denn bereits in zwei Jahren geht es für die Jungen ins Berufsleben und bis dann müssen sie wissen, ob ihre Vorstellungen mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Sie steht ihnen als Verantwortliche für die Berufsfindung, welche im Lehrplan eingebettet ist, hilfreich zur Seite. Zwar liegt die Verantwortung nach wie vor bei den Eltern, doch mit den komplexen Anforderungen heute an ein Bewerbungsdossier, sind diese oft überfordert und erhalten Support durch die Schule. „Für mich ist dieser Berufsbesichtigungstag ist ein Meilenstein“ lobt sie den Tag. Für den ersten Anlass in Nebikon und Altishofen wurden die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet. Nicht nur was die Berufe betrifft, sondern auch, wie man sich benimmt. So erhielten alle einen „Benimm-Bogen“ und wurden ermahnt, dass die Handys ausgeschaltet bleiben. Voll mit neuen Eindrücken ging es am Ende der Besichtigung für die Mädchen und Knaben an die Auswertungen ihrer Eindrücke. Wo sie bestimmt merkten, wie streng das Berufsleben ist.